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Coalition for Action
“Copyright for Education and Research”

Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“

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Pressemitteilung 6/09
vom 2. September 2009

Einwand, aber kein Einspruch – Aktionsbündnis zum Google Book Settlement

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat sich bezüglich der geplanten Einigung der Authors Guild und der Association of American Publishers mit Google Inc. im Rahmen des Google Book Settlements mit einem Brief an das zuständige New Yorker Gericht gewandt. In seinem Schreiben betont das Aktionsbündnis sein generelles Einverständnis mit der Digitalisierung durch Google, formuliert allerdings einige zentrale Einwände bezüglich eines drohenden Quasi-Monopols Googles an digitalisierten vergriffenen und verwaisten Werken sowie der einseitig ausgerichteten Organisation der Book Rights Registry. Das Aktionsbündnis kritisiert nicht zuletzt, dass über das Settlement einige Organisationen in den USA einen großen Teil des weltweiten Wissens kontrollieren würden, ohne das der „Rest“ der Welt darüber mitbestimmen könnte.

Hintergrund:

In einem Schreiben an das New Yorker Gericht bezieht das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ zum so genannten Google Book Settlement Stellung.

Die umfassende Digitalisierung besonders von vergriffenen und verwaisten Werken (Werke, deren Urheber nicht zu ermitteln sind), wie sie im Google Books Projekt erfolgt, ist ausdrücklich zu begrüßen. Öffentlichkeit und Wissenschaft bekommen dadurch potenziell Zugang zu einer einzigartigen Sammlung an Wissen. Das Google Books Projekt kann sich als Ergänzung zu dem in weiten Teilen der Wissenschaft für aktuelle Publikationen etablierten und praktizierten Open-Access-Prinzip entwickeln. Voraussetzung dafür ist allerdings, das der freie und dauerhafte Zugang zu den digitalisierten Quellen über das WWW gewährleistet wird. Die Einblendung von Werbung könne akzeptiert werden.

Das Aktionsbündnis ist in Sorge, dass Google nach dem Settlement (wenn beschlossen) ein Quasi-Monopol für die vergriffenen und verwaisten Werke zufällt. Das Unternehmen könnte dadurch den Zugang nach Belieben, auch über die Preispolitik gegenüber den Bibliotheken, regulieren. Es ist also beim Gericht deutlich Nachbesserungsbedarf angemeldet worden.

Es muss gesichert sein, dass auch andere Anbieter und Projekte – kommerzielle wie öffentliche – Digitalisate derselben Werke anfertigen beziehungsweise die vorhandenen übernehmen und frei veröffentlichen dürfen. Dies gilt insbesondere für die jeweils zuständigen Nationalbibliotheken. Diese könnten in Zusammenarbeit mit Google im Rahmen der Google Book Search die Aufgabe der Langzeitarchivierung übernehmen.

Darüber hinaus kritisiert das Aktionsbündnis die rein US-amerikanische Ausrichtung des geplanten Book Rights Registry: „The Settlement [so im Anschreiben an das Gericht] should take into account the global dimension and consequences of the Settlement. It is not acceptable for the Book Rights Registry to be solely in the responsibility of and under the sole jurisdiction of US American institutions.“ Die ausschließliche Vertretung der Rechteinhaber durch die Association of American Publishers und die Authors Guild scheint dem Aktionsbündnis nicht angemessen zu sein. Aus diesem Grund regt das Aktionsbündnis an, den Vorstand der Book Rights Registry international sowie mit Vertretern aus den Wissenschaften, dem Bibliothekswesens und der Endnutzerseite zu besetzen. Das Aktionsbündnis zieht weiterhin eine übergeordnete Kontrolle der Registry und ihrer Aktivitäten durch eine neutrale, allgemein anerkannte Institutionen, wie zum Beispiel die UNESCO, vor.

Zum Text des Amicus-Curiae-Briefes siehe http://www.urheberrechtsbuendnis.de/docs/letter-settlement-final-AB.pdf

Weitere Informationen über bundeszentrale@urhg-bildung-wissenschaft.de, von der Website des Aktionsbündnisses oder über das Projekt IUWIS – Infrastruktur Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft

Prof. Dr. Rainer Kuhlen
Sprecher des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“


The Coalition for Action "Copyright for Education and Research" (http://www.urheberrechtsbuendnis.de/) was founded in 2004 in connection with the amendment of copyright legislation in Germany. The Coalition for Action lobbies for a balanced copyright and demands free access to worldwide information at any time from anywhere for everybody active in public education and research. The Coalition for Action is based on the Göttingen Declaration on Copyright for Education and Research of 5 July 2004. Six members of the alliance of German research organizations (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V., Hochschulrektorenkonferenz, Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. and Wissenschaftsrat), more than 365 learned societies, federations and institutions as well as more than 7,000 individuals were subscribers to this declaration. Speakers of the Coalition for Action are Prof. Dr. Kuhlen (Konstanz), Dr. Müller (Heidelberg), Dr. Sepp (Kassel). More information on demand by: rainer.kuhlen at uni-konstanz.de, hmueller at mpil.de and sepp at physik.uni-kassel.de.

October 15 – 16, 2015Brandenburger Tor, 2009 by Th. Severiens
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June 17th 2015

The Legal Affairs Committee of the European Parliament has in its meeting on June 16, 2015 voted on the so-called “Reda Report” about the evaluation of a European copyright. It was agreed, among others, the estimation of the author, that „…libraries make an indispensable contribution to knowledge distribution and are intended to be authorized inter alia to the right of borrowing information in its digital format…“ In parallel, Reda stresses that authors should be granted an appropriate reward for this digital lending. (more)


May 8th 2015

The requirement to set up a comprehensive exception to the rights of education and science in copyright law, initiated by the Coalition for Action and by ENCES, is now arrived at the vice president, Digital Single Market of the EU Commission, Andrus Ansip, through a letter of C4C. (letter)


May 6th2015

Today the EU presented its vision for ‚A Digital Single Market Strategy for Europe‘. Section 2.4. touches upon copyright issues for education and science, specifically on text and data mining. Our Coalition will follow the ongoing debate about the EU copyright reform and will promote the need for a comprehensive exception in favour of education and science. (more)


April 22nd 2015

To the World Book and Copyright Day it is recalled: authors, education and research need access. (more)


April 20th 2015

Prof. Dr. Rainer Kuhlen zum § 52b Urteil des BGH:
„Für Bildung und Wissenschaft [..] ist die Entscheidung ein wichtiger Schritt in Richtung eines bildungs- und wissenschaftsfreundlichen Urheberrechts.“ (more)


January 26th 2015Flyer zum Zweiverwertungsrecht

Informationsblatt zum Zweitverwertungsrecht für wissenschaftliche Artikel erschienen. Falls Sie größere Stückzahlen zum Auslegen bei Tagungen etc. benötigen, kontaktieren Sie uns einfach.
(Flyer zum Selbstausdrucken...)
December 4th 2014

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