Handlungsbedarf gegenüber der Änderung des Wahrnehmungsvertrages der VG Wort

Unter dem Titel „VG Wort und Google - im Interesse von Bildung und Wissenschaft?“ hat das Aktionsbündnis am 5. Juni 2009 eine Pressemitteilung herausgegeben. Die zentrale Aussage besteht darin, dass allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern empfohlen wird, der jüngsten Änderung des Wahrnehmungsvertrags der VG Wort nicht zuzustimmen bzw. ihr zu widersprechen.

Weiter unten werden hier noch einmal die wichtigsten Argumente für diese Empfehlung des Aktionsbündnisses zusammengefasst. Zuerst unsere Ratschläge, wie Sie verfahren sollten, wenn Sie die Einschätzung des Aktionsbündnisses teilen.

Die VG Wort unterscheidet zwischen Wahrnehmungsberechtigten und Bezugsberechtigten. Wahrnehmungsberechtigte haben mit der VG Wort einen Vertrag abgeschlossen. Bezugsberechtigte können auch ohne einen speziellen Vertrag an der jährlichen Ausschüttung teilnehmen.

Die VG Wort wird in den nächsten Wochen alle Wahrnehmungs- und Bezugsberechtigten über die Änderungen des Wahrnehmungsvertrages informieren.

„Wahrnehmungsberechtigte haben dann die Möglichkeit, den Änderungen binnen einer Frist von sechs Wochen zu widersprechen; Bezugsberechtigte müssen sich mit den Änderungen einverstanden erklären“ (vgl. die verbindliche Formulierung in dem geänderten Wahrnehmungsvertrag).

Aus dem Anschreiben der VG Wort wird vermutlich zu entnehmen sein, ob Sie Wahrnehmungsberechtigter oder Bezugsberechtigter sind.

  1. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie Bezugsberechtigter sind, mssen Sie gar nichts gegenber der VG Wort tun. Damit stimmen Sie der nderung des Wahrnehmungsvertrags nicht zu.
  2. Wenn Sie sicher sind, dass Sie Wahrnehmungsberechtigter sind, sollten Sie einen Brief (VG Wort, Goethestrae 49, 80336 Mnchen) oder eine E-Mail (vgw@vgwort.de) an die VG Wort schreiben mit beispielsweise folgendem Text:
    Hiermit lege ich gegen die nderung des Wahrnehmungsvertrages der VG Wort gem den Beschlssen vom 23. Mai 2009 Widerspruch ein.
  3. Wenn Sie sich ber Ihren Status unsicher sind, knnen Sie, um sicher zu gehen, den Widerspruch entsprechend (b) einlegen.

Wie in der Pressemitteilung angedeutet, erwgt das Aktionsbndnis, ob die Interessen von Bildung und Wissenschaft auch gegenber Google nicht aus der Wissenschaft selber organisiert werden mssen. Dazu knnte eine Meldestelle (Registry) eingerichtet werden, bei der sich alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eintragen knnten, die ihre Werke, gerade auch die vergriffenen, als Open Access gestellt sehen wollen und dafr auch die Rechte haben. ber diese Plne werden wir Sie weiter informieren.

Das Aktionsbndnis wird zudem versuchen, mit Google zu einer Einigung zu kommen, nach der die freie Anzeige in Google Books erlaubt wird, eventuell auch mit Werbung, aber nur unter der Voraussetzung, dass dadurch keine neuen kommerziellen Verwertungsmodelle entstehen.


Zusammenfassung der zu erwartenden Konsequenzen aus der nderung des Wahrnehmungsvertrags der VG Wort

Nach erfolgter bertragung der Rechte der Rechteinhaber an die VG Wort und nach Rechtsgltigkeit des Settlement zwischen Google und den US-amerikanischen Verlags- und Autorenverbnden ist zu erwarten, dass

  1. die “VG Wort die Vergtungsansprche fr die bis zum 5. Mai 2009 von Google digitalisierten Werke einzieht und gleichzeitig aber die in Deutschland erschienenen Werke aus dem Digitalisierungsprogramm von Google zurckzieht„ (aus der Pressemitteilung der VG Wort vom 23.5.2009);
  2. die gegenwrtig sehr ntzliche und in der Wissenschaft intensiv genutzte Anzeige von „Textschnipseln“ oder auch grerer Teile der von Google eingescannten Werke dann fr eine geraume Zeit nicht mehr mglich sein wird;
  3. die VG Wort Lizenzvertrge mit Google, vielleicht auch mit anderen Anbietern abschliet, bei denen dann die Nutzung der Werke vermutlich nur ber kommerzielle Nutzungsmodelle (Pay-per-view) mglich sein wird;
  4. bei noch lieferbaren Bchern nur noch die Anzeige der bibliographischen Information mglich sein wird.

All dies liegt nach Meinung des Aktionsbndnisses nicht im Interesse von Bildung und Wissenschaft. Das Google Settlement in der jetzt erkennbaren Form und die Plne von VG Wort befrdern nicht den Open-Access-Gedanken. Freier Zugang zum Wissen, zumindest zu dem in ffentlichen Umgebungen und mit ffentlichen Mitteln erzeugten, liegt im Interesse jeder einzelnen Wissenschaftlerin, jedes Wissenschaftlers und der Gesellschaft insgesamt. So wie das Aktionsbndnis gegenber dem Gesetzgeber ein Sonderrecht, also ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht fr Bildung und Wissenschaft fordert, so mssen auch gegenber Google und von der VG Wort Sonderregelungen fr die Nutzung digitalisierter wissenschaftlicher Werke eingefordert werden.

Weitere Ausknfte ber bundeszentrale@urhg-bildung-wissenschaft.de oder vom Sprecher des Aktionsbndnisses: Rainer Kuhlen einholen.

15. – 16. Oktober 2015Brandenburger Tor, 2009 by Th. Severiens
Jahrestagung des Aktionsbündnisse in Berlin
Programm und Anmeldung ab Mai

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14. Oktober 2013:
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Publikationen
publication Folder zum Zweitverwertungsrecht für wissenschaftliche Artikel
Version: Februar 2015 — größere Stückzahlen zur Auslage können Sie bei uns anfordern.

publication Textvorschlag einer umfassenden Bildungs- und Wissenschaftsklausel
Textversion vom 4. Dezember 2014

publication Information als Vitamin für Innovation: Schanken oder Lizenzen für Forschung und Lehre?
Zusammenstellung zur Jahrestagung am 10. Oktober 2013

publication Breite Unterstützung für eine umfassende Verbesserung des Urheberrechts für Bildung und Wissenschaft
Auswertung einer Befragung und politische Konsequenzen, September/Oktober 2011

publication Flyer des Aktionsbündnisses

Wichtige Links
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Das IUWIS Projekt entwickelt Social-Network mit Informationen zum Urheberrecht in Bildung und Wissenschaft.