Pressemitteilung 14/09
vom 18. November 2009
Auch nach Google Book Search Settlement-2 noch Optionen für die deutsche Wissenschaft
Vor dem New Yorker Gericht haben sich Google Inc. und der Verlegerverband AAP sowie die
Autorenvereinigung Authors Guild auf einen neuen Vergleich verständigt. Der Geltungsbereich
Google Book Search (GBS) wird nun auf die Bücher beschränkt sein, für die in den USA, in Kanada,
Großbritannien und Australien Copyright besteht. Für Bildung und Wissenschaft in Deutschland wird
Settlement-2 daher nachteilig sein.
Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft nimmt daher einen zweiten Anlauf,
um mit GBS zu einer das Settlement ergänzenden vertraglichen Vereinbarung zu kommen.
Das Aktionsbündnis, so dessen Sprecher, Prof. Dr. Rainer Kuhlen, wird sich um eine faire Regelung
mit Google bemühen, die den Interessen wissenschaftlicher Autoren in Deutschland Rechnung trägt und
durch die das in Deutschland produzierte und publizierte Wissen in digitaler Form weltweit öffentlich
und frei zugänglich gemacht werden kann.
Dan Clancy bekräftigt für GBS jetzt erneut, dass Google über das neue Settlement hinaus zu individuellen
Vereinbarungen mit Wissensproduzenten aus aller Welt bereit ist. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen,
sofern sie die Rechteinhaber sind, sollten Google das Recht zum Digitalisieren ihrer Werke und zur
öffentlichen Zugänglichmachung (d.i. die Anzeige im Internet) auch nachträglich einräumen. Die Einräumung
sollte unter der Bedingung erfolgen, dass diese Werke über GBS weltweit frei sichtbar und nach
Open-Access-Prinzipien und sinnvollerweise unter einer Creative-Commons-Lizenz nutzbar sind, unbeschadet einer
möglichen kommerziellen Vermarktung der Werke.
Die Einräumung schließt nicht aus, dass das gleiche Ziel der freien Sichtbar- und Nutzbarkeit auch über
öffentliche digitale Bibliotheken wie die europäische Europeana erreicht wird.
Das Aktionsbündnis fordert alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, sich zunächst einmal der
Rechte an ihren Arbeiten zu vergewissern.
- Bei den Rechten an den sogenannten Inserts, also Beiträgen in Sammelwerken, Festschriften, aber auch
Zeitschriftenartikel, die älter als ein Jahr sind, sollte das wenig problematisch sein – es sei denn, es besteht
ein Vertrag, der den Verlagen ausdrücklich exklusive Verwertungsrechte einräumt.
- Bei vergriffenen Werken sollten sich alle Autorinnen und Autoren mit ihren Verlagen in Verbindung setzen, um
die Rechte wieder zurückzubekommen.
- Auch bei noch lieferbaren teuren Büchern sollte dies versucht werden, wenn sie länger als 2 Jahre zurückliegend
publiziert worden sind. In diesem Zeitraum haben die Bibliotheken diese Werke i.d.R. schon gekauft und weiterer
privater Einkauf ist nicht zu erwarten.
Jeder Autor, sofern er die Rechte an seinen Werken besitzt, kann sich natürlich direkt mit Google für eine Einigung in
Verbindung setzen. Information zum Vorgehen unter:
http://www.googlebooksettlement.com/r/home?hl=en&cfe_set_lang=1
Der das Aktionsbündnis unterstützende Verein Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft e.V. kann hier Unterstützung
anbieten und wird ein Register freischalten, sobald eine Einigung mit GBS unter Dach und Fach ist.
Weitere Informationen über bundeszentrale@urhg-bildung-wissenschaft.de, von
der Website des Aktionsbündnisses oder
über das Projekt IUWIS – Infrastruktur
Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft
Prof. Dr. Rainer Kuhlen
Sprecher des Aktionsbündnisses Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft
Das Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"
(http://www.urheberrechtsbuendnis.de/) wurde 2004 im Zusammenhang mit
der Novellierung der Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland
gegründet. Das Aktionsbündnis setzt sich für ein ausgewogenes
Urheberrecht ein und fordert für alle, die zum Zweck von Bildung und
Wissenschaft im öffentlichen Raum tätig sind, den freien Zugang zur
weltweiten Information zu jeder Zeit von jedem Ort. Grundlage des
Aktionsbündnisses ist die Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für
Bildung und Wissenschaft vom 5. Juli 2004. Diese Erklärung wurde
unterzeichnet von sechs Mitgliedern der Allianz der
Wissenschaftsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V., Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren e.V., Hochschulrektorenkonferenz,
Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm
Leibniz e.V. und Wissenschaftsrat), von über 365 wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Informationseinrichtungen und Verbänden sowie von
mehr als 7.000 Einzelpersönlichkeiten. Sprecher des Aktionsbündnis sind
Prof. Dr. Kuhlen (Konstanz), Dr. Müller (Heidelberg), Dr. Sepp
(Kassel). Weitere Informationen über Nachfrage an: rainer.kuhlen at
uni-konstanz.de, hmueller at mpil.de und sepp at physik.uni-kassel.de.
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News  |
15. Juli 2010:
Aktionsbündnis zieht positives Resümee der 2. Anhörung, sieht aber weiteren Handlungsbedarf für Bildung und Wissenschaft
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6. Juli 2010:
Aktionsbündnis stellt seinen Entwurf einer Wissenschaftsschranke im Urheberrecht vor
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30. Juni 2010:
Mit ENCES (European Network for Copyright in Support of Education and Science) wurde eine wichtige
Interessenvertretung gegründet.
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29. Juni 2010:
Ein Leistungsschutzrecht ist für Presse- und Schulbuch-Verlage ist nicht zu rechtfertigen, wie die Anhörung
des BMJ am 28. Juni 2010
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15. Juni 2010:
Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Rede der Bundesjustizministerin
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14. Juni 2010:
Die Bundesjustizministerin hielt heute ihre Berliner Rede zum Urheberrecht:
[Manuskript der Rede]
[Materialsammlung von IUWIS zum 3. Korb]
Eilmeldung: Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Rede der Ministerin
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4. Februar 2010:
Die freie Nutzung des mit öffentlichen Mitteln produzierten Wissens muss jedermann möglich sein. Eine Zusatzpetition an den Deutschen Bundestag.
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7. Januar 2010:
Das Aktionsbündnis bezieht zum Strategiepapier der EU-Kommission zu Creative Content in a European Digital Single
Market: Challenges for the Future Stellung.
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10. Dezember 2009:
Das Aktionsbündnis kann das Urteil des OLG Frankfurt
in Sachen § 52b UrhG nicht als angemessen oder gar zukunftsweisend akzeptieren.
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30. November 2009:
Nachschau der Jahrestagung
Vortragsfolien,
Pressemitteilung
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18. November 2009:
Google Settlement Version 2 bietet noch Optionen für die Wissenschaft, droht jedoch Europa aus der Sichtbarkeit zu drängen.
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14. November 2009:
Aktionsbündnis beantwortet die öffentlichen Fragen der EUROPEANA zu ihrer strategischen Ausrichtung
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12. November 2009:
Flyer zur Unterstützung der Open Access Petition publiziert.
(Download in A5 oder
A4 für duplex Ausdruck)
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10. November:
Unterstützung der Bundestags-Petition Wissenschaft und Forschung - Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen
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27. Oktober 2009:
Das Aktionsbündnis begrüßt die Absicht der zukünftigen Bundesregierung, das Urheberrecht weiterzuentwickeln.
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8. Oktober 2009:
Die zukünftige Bundesregierung muss sich der Herausforderung stellen,
über das Urheberrecht die Kreativität der Wissenschaft und die
Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern
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26. September 2009:
Antworten der CDU/CSU Bundestagsfraktion und der Piraten Partei auf Wahlprüfsteine ergänzt:
(Antworten)
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21. September 2009:
Kollektiver Widerspruch gegen VG Wort-Zwangsvertretung im Google Book Search
(Pressemitteilung)
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21. September 2009:
Das Aktionsbündnis stellt Antworten der Parteien auf seine Wahlprüfsteine vor — Entscheidungsrelevante Divergenzen sind auszumachen
(Antworten und Synopse)
(Pressemitteilung)
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4. September 2009:
Handlungsempfehlungen für Wissenschaftler zur Rechteübertragung an die VG WORT publiziert
(Brief)
(Pressemitteilung)
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2. September 2009:
Das Aktionsbündnis hat einen Amicus Curiae-Brief an das für das GBS Settlement zuständige Gericht geschickt.
(Brief)
(Pressemitteilung)
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21. August 2009:
Aktionsbündnis in direkten Verhandlungen mit Google Inc. wegen GBS
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28. Juli 2009:
Aktionsbündnis sendet Wahlprüfsteine an die Fraktionsgeschäftsstellen der im Bundestag vertretenen Parteien mit der Aufforderung zur Beantwortung.
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13. Juni 2009:
Stellungnahme des Aktionsbündnisses zur Anfrage des Bundesministeriums der Justiz
vom 19. Februar 2009: Urheberrecht Dritter Korb
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5. Juni 2009:
Nicht-Zustimmung zu der von der VG Wort angestrebten Wahrnehmung der Rechte wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren
gegenüber Google Inc. bzw. Google Book Search:
Empfehlungen,
Pressemitteilung
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11. Mai 2009:
Nachlese des Sprechers Rainer Kuhlen zur Urheberrechtskonferenz des BMJ
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4. Mai 2009:
Empfehlung an die Unterzeichner, und alle anderen Wissenschaftler, zum Verhalten gegenüber dem
Google Book Settlement publiziert und verschickt
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27. April 2009:
Stellungnahme zur Heidelberger Erklärung publiziert
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25. März 2009:
Was ist uns Wissenschafts- und Publikationsfreiheit wert?
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21. Oktober 2008:
E. Steinhauer startet einen Blog zum Wissenschaftsurheberrecht
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20. Oktober 2008:
Bildungsgipfel ohne Informationsfreiheit nur eine Schimäre
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24. Juli 2008:
Vorsichtiger Optimismus — Bewegung im europäischen Urheberrecht? Ein neues Grünbuch der EU-Kommission
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| Wichtige Links |
Pressemitteilungen
des Aktionsbündnisses
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Das IUWIS
Projekt entwickelt Social-Network mit Informationen zum Urheberrecht
in Bildung und Wissenschaft (vorläufiger Webauftritt).
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